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Anmeldungsdatum: 16.08.2011 Beiträge: 6
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Verfasst am: 14.11.2011, 16:13
Titel: alle Prüferinnen und Prüfer |
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Anstatt die Fragen aus meiner Prüfung aufzuzählen,
möchte ich Euch einen intimeren Einblick in meine Examenszeit gewähren.
Zunächst, es war eine gute Zeit, wirklich.
Außer an drei Tagen, die waren furchtbar.
Tag 1 : Der Monat vor den Prüfungen. Die ganze Zeit schwirrten Bilder in meinem Kopf herum, von strengen, harten, unüberwindbaren mündlichen Prüfungssituationen. Dieser Tag konfrontierte mich schlussendlich mit der Frage: „Was will eigentlich ich von diesen 3 Monaten?“
Das war die Rettung. Ergebnis:
- Ich will Dinge für mich lernen, will Thesen entwickeln, mit denen ich
die nächsten Jahre so richtig gut streiten kann.
- Ich will das, was ich lerne, ‚gut’ statt nur oberflächlich machen.
… deshalb statt 12 oder 25 Texten in einem Schwerpunkt, habe ich mich mit 8 begnügt,
diese aber ordentlich durchgewurschtelt, durchdiskutiert und mit gelesenem verglichen.
Es ging nicht um eine bestimmte Menge an Wissen,
es ging mir Wissen, dass mich verändert.
… deshalb habe ich ein Fach vorsätzlich vernachlässigt, um für die anderen mehr Zeit zu haben.
Tag 2 : Kurz vor den ersten Prüfungen. Nach vielen Stunden in städtischen Bibliotheken war abends immer noch das Gefühl da, nichts geschafft zu haben. Lag es an der Planung? Lag es an der Einstellung?
- Beides. Mehr als 6-8 Stunden am Tag – für mich – reichen.
Man kann so viel wie man kann und das ist dann in Ordnung.
- Denn das eigene Wohl, der eigene Körper, geht vor.
Eine gute (fair gehandelte) Schokolade ist auch gut für die Moral.
Tag 3 : In der Prüfungszeit. Es wurde zäh, es war langweilig, keine Lust.
- Da alle anderen aus unserer streitfreudigen Lerngruppe andere Prüfungstermine hatten, lernte ich zum Schluss allein. Aber ohne Gruppe war es nicht annähernd so intensiv und amüsant.
… also habe ich mir Freunde gekrallt, um sie von meinen Thesen zu überzeugen.
… und ich habe am Brett im KG II noch mal Leute rausgeschrieben, die am selben Tag wie ich dieselbe Prüfung haben. Über stud.ip kontaktiert, fand ich so wieder Anschluss zu einer Lerngruppe. Wir simulierten ausgiebig Prüfungsgespräche, was wieder Auftrieb für die Arbeit zu Hause gab.
I m N a c h h i n e i n :
- Diskutieren statt nur Aufzählen Lernen – dies wurde von den meisten Prüfungskommissionen bemerkt und als gute Strategie kommentiert.
- Das Auswendig Lernen der einzelnen Zusammenfassungen in den Tagen vor der Prüfung – so spannend das auch manchmal war – hat nicht viel genutzt.
Dagegen war es wichtiger, die Argumentationslinie von geführten Diskussionen (zu einer bestimmten These) noch mal aufzufrischen... mit dem Ziel, in diesem Mini-Prüfungsgespräch sein Gegenüber zu überzeugen – mehrperspektivisch, kritisch, mit Literatur verlinkt. Jenes Vorgehen berichtet der Kommission indirekt, dass eine echte Auseinandersetzung im Vorfeld stattfand.
Und darum geht es ja eigentlich (nicht um ALLES WISSEN).
- Das einzige komische Prüfungsgespräch war mit dem einen Dozenten, den ich nicht kannte. Hier hätte ich vorher wenigstens einmal in eine große Vorlesung oder in die Sprechstunde gehen sollen, um den Gesprächsstil und Prioritäten in der Forschung grob einschätzen zu können.
- In Psychologie habe ich den Einstieg auf meine eigene Praxis bezogen. Anstatt den armen Prüfern ein Konzept zu erläutern, das sie schon kennen, habe ich die entscheidenden Begriffe genannt, geordnet und dann aufgezeigt, wie die gesamte Theorie meine Arbeit mit Kindern angeregt hat und noch anregen kann. Das war etwas Neues für die geschundenen Prüferohren und hat mir in der Vorbereitung viel gebracht.
Fazit:
Es war immer wieder ein innerer Kampf: ‚Prüfungsgespräch meistern’ versus ‚die Dinge für mich lernen’. Hat sich gelohnt. |
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